Die „Arbeit“ in Casa Renascer macht eigentlich immer mehr Spaß, da das Verhältnis zu den Jungs vertrauensvoller und generell besser geworden ist. Es gibt Momente, wo wir uns lachend in den Armen liegen, zum Beispiel, wenn einer Jungs versucht den englischen Liedtext aus dem Radio nachzusingen (da wird aus „beautiful girl“ schon mal „tjutiful tirl“) oder wenn jeder seine Tanzkünste auf die Musik im Radio demonstriert. Ich weiss jetzt schon, dass ich alle vermissen werde, wenn ich auch nur das Haus wechsele.
Ich kriege immer mal wieder einen kleinen Einblick in die Vorgeschichte der Jungs, sei es durch Gespräche mit ihnen selbst oder mit einem der pais socias. Doch so wirklich realisieren kann ich nicht, was ich dort zu hören kriege (das ist womöglich auch besser so). Ein Junge, dessen Familie (10 Geschwister, einer davon ermordert) in einer Favela in Rio lebt, kann zum Beispiel nicht nach Hause zurückkehren, da er dort auf der Abschussliste steht....
Am Freitag habe ich den ganzen Mittag und beginnenden Abend geholfen die CIDAH- Einrichtung für die 21- Jahre- Casa do Menor- Feier am Samstag herzurichten. Meine Aufgabe bestand darin (zusammen noch mit 2-3 Helfern) eine riesige (halboffene) Turnhalle zu säubern – und zwar mit zerrupften Besen im Miniaturformat. Das Ergebnis war eine wunderschön saubere Halle und zwei von Blasen geplagte Hände. Die Arbeit hatte sich auch wahrlich gelohnt, da am Folgetag alle Kinder und Jugendlichen aus allen Häusern (insgesamt sind es 10 Häuser) anwesend waren und durch verschiedene Auftritte der CIDAH- Kurse (Tanzen, Percussion,...) unterhalten wurden. Allerdings wurde nicht der ganze künstlerisch- athletische Reichtum präsentiert, da sich eine ausgewählte Gruppe von Jugendlichen zur Zeit in Europa (Deutschland, Italien, sogar Audienz beim Papst) befindet bzw. heute zurückkommmt. Am morgigen Donnerstag finden weitere Festlichkeiten statt.
Von der Zeitumstellung scheinen hier alle noch nach einer Woche (vom 14. auf den 15. Oktober wurde eine Stunde vorgestellt, sodass ich jetzt nur noch 4 Stunden hinter deutscher Zeit bin [ab dem Wochenende dann noch 3 Stunden]) gebeutelt zu sein, sodass die morgendlichen Andachten immer etwas verspätet anfingen. Was das Zeitgefühl hier angeht, läuft alles ziemlich relaxed ab. So habe ich zum Beispiel am Sonntag zusammen mit noch einigen anderen Kindern und Jugendlichen vor der CIDAH gewartet bis aufgeschlossen wird, doch der Schlüsselinhaber war nach 1,5 Stunden immer noch nicht aufzufinden, sodass das Ganze ins Wasser fiel. In Deutschland wäre wohl jeder (inklusive ich) schon an die Decke gegangen, doch irgendwie hat mir das hier überhaupt nichts ausgemacht bzw. in anderen Situationen auch noch nicht – das ist vermutlich auch abhängig von der „Wichtigkeit“ des Treffens etc.
Ich denke meine Portugiesischkenntnisse machen schon etwas Fortschritte. Das Lernen fällt auf jeden Fall schon leichter, da ich aufgrund der ständigen Konfrontation mit der Sprache ein besseres Gefühl für diese entwickelt habe. Außerdem fällt mir auf, dass es sehr stark personenabhängig ist, wie gut ich das Gesprochene verstehe. Mein Sprachkönnen erlebt also häufig ein Auf- und Ab innerhalb eines Tages.
Mittwoch, 24. Oktober 2007
Montag, 15. Oktober 2007
Wochenrueckblick
Tage hier verlaufen mittlerweile erwartungsgemäß entgegen der Erwartung, was zum einen daran liegt, dass teilweise recht spontan gehandelt wird, und zum anderen, dass viel Information aufgrund der Sprache an mir vorbeigeht.
Am Montag bin ich mit ein paar Jungs von Casa Renascer auf einen der zahlreichen Hügel in der Nähe gewandert (natürlich mit Flip- Flops), von wo aus man eine sehr gute Aussicht über die Umgebung hat. Da es allerdings etwas trüb war, konnte man nicht bis nach Rio Centro schauen, aber bis nach Nova Iguacu. Soweit das Auge reicht nur Häuser und Hügel...einfach der Wahnsinn. Ich werde auf jeden Fall nochmals dort hoch steigen, um dann ein paar Fotos machen zu können.
Am Dienstag habe ich mich etwas im Garten von Casa Renascer zu schaffen gemacht, doch könnte man dort wahrscheinlich wochenlang arbeiten, um alles in Ordnung zu kriegen. Und dann bleibt noch die Frage offen, ob ein blitzsauberer Garten überhaupt gebraucht wird.
Am Mittwoch gings wie die Woche zuvor zur Policia Federal nach Nova Iguacu zur endgültigen Visumsbeantraung. Nach etwas Warte- und Bearbeitungszeit war ich dann endlich der stolze Besitzer eines Einjahresvisums für Brasilien. Dann trafen wir noch den neuen Pfarrer unserer Gemeinde in Miguel Couto, welcher wie der andere zur Zeit in der Gemeinde aktive Pfarrer auch aus Österreich kommt und ebenfalls wie Benni und ich erst vor 4 Wochen hier angekommen ist. Sein Portugiesisch ist allerdings schon etwas besser als meines (was beim Predigen auch von Vorteil ist). Danach hat uns Eunice noch etwas die Innenstadt Nova Iguacus gezeigt. Die Eindrücke dort waren wiedereinmal völlig überwältigen: viel Musik, viele Gerüche, viele, sehr viele Menschen etc. Dann gings in die Mall von Nova Iguacu, in welcher sich im obersten Geschoss ein kleines Geschäft von Casa do Menor befindet, wo Ketten, T- Shirt etc. verkauft werden.
Um 15.00 Uhr sollte eigentlich ein Treffen zur Vorbesprechung für die Bingo- Veranstaltung am Ende des Monats stattfinden, doch irgendwie war außer Eunice, Benni und mir keiner informiert. Zur Messe um 16.00 Uhr (jeden Mittwoch um 16.00 Uhr findet ein Gottesdienst in der Kapelle von Casa do Menor statt) konnte ich auch nicht gehen, da mir angeboten wurde mit einem Mädel aus „Casa Irma Maria“ zu einer Einrichtung (dessen Name ich gerade nicht weiss) zu gehen, wo sie zweimal die Woche eine Art Unterstützungs-/Begleit-/Hilfsseminar zur Drogenabszinenz besucht. Soweit ich das verstanden habe, bietet das Haus verschiedene Freizeit- und Therapiemöglichkeiten für drogenabhängige Jugendliche an. Bei der Hausführung hatte ich auf jeden Fall den Eindruck, dass dort ebenfalls wie in Casa do Menor eine sehr sinnvolle Arbeit geleistet wird.
Den Donnerstag Vormittag verbrachte ich in Casa Renascer und nachmittags fand ein Fest anlässlich des „dia de criancas“ (Tag der Kinder) , welcher ein Tag später als offizieller Feiertag anerkannt ist, statt. Es waren alle Kinder aus allen Häusern anwesend und es gab einige Spiele, sowie sehr sehr viele Süßigkeiten. Der Festsaal sah danach aus wie ein Schlachtfeld (Becher, Kuchenstücke, Plastiktüten, etc.), sodass ich noch mitgeholfen habe alles wieder in Ordnung zu bringen. Da nach dem Fest eigentlich zwei neue Jungs ins Casa Renascer kommen sollten, bin ich nochmals dorthin gelaufen, um sie zu begrüßen, doch ihre Ankunft wurde auf Montag verlegt.
Der Freitag war eigentlich ein Feiertag, was heißt, dass die Ausbildungskurse sowie die Verwaltung frei hatten. Ich ging den Tag auch etwas gemütlicher an, mit schön ausschlafen und putzen des Zimmers in der Pousada. Zum Mittagessen bin ich dann zu Casa Renascer, wo ich den restlichen Tag (+Abendessen) verbrachte. Da Benni seine Digicam dabei hatte veranstalteten wir mit allen Jungs eine Fotosession, wo das ein oder andere gelungene Bild entstand (v.a. das Gruppenfoto).
Jairo und ich
v.l.n.r.:hinten:Ronaldo,Renato,Ich,Jonathan,Diogo,Josemar,Gilberto,Jonathan,Romolo
vorne:Benni,Jairo,Max,Huland,Jonathan
Ich höre auch immer gerne was zur Zeit bei Euch in Deutschland passiert, daher seit Ihr gerne dazu eingeladen mir emails zu schreiben. Ich werde auch zurückschreiben, nur damit muss man etwas geduldig sein, weil ich nicht alles gleichzeitig beantworten kann/ will.
Am Montag bin ich mit ein paar Jungs von Casa Renascer auf einen der zahlreichen Hügel in der Nähe gewandert (natürlich mit Flip- Flops), von wo aus man eine sehr gute Aussicht über die Umgebung hat. Da es allerdings etwas trüb war, konnte man nicht bis nach Rio Centro schauen, aber bis nach Nova Iguacu. Soweit das Auge reicht nur Häuser und Hügel...einfach der Wahnsinn. Ich werde auf jeden Fall nochmals dort hoch steigen, um dann ein paar Fotos machen zu können.
Am Dienstag habe ich mich etwas im Garten von Casa Renascer zu schaffen gemacht, doch könnte man dort wahrscheinlich wochenlang arbeiten, um alles in Ordnung zu kriegen. Und dann bleibt noch die Frage offen, ob ein blitzsauberer Garten überhaupt gebraucht wird.
Am Mittwoch gings wie die Woche zuvor zur Policia Federal nach Nova Iguacu zur endgültigen Visumsbeantraung. Nach etwas Warte- und Bearbeitungszeit war ich dann endlich der stolze Besitzer eines Einjahresvisums für Brasilien. Dann trafen wir noch den neuen Pfarrer unserer Gemeinde in Miguel Couto, welcher wie der andere zur Zeit in der Gemeinde aktive Pfarrer auch aus Österreich kommt und ebenfalls wie Benni und ich erst vor 4 Wochen hier angekommen ist. Sein Portugiesisch ist allerdings schon etwas besser als meines (was beim Predigen auch von Vorteil ist). Danach hat uns Eunice noch etwas die Innenstadt Nova Iguacus gezeigt. Die Eindrücke dort waren wiedereinmal völlig überwältigen: viel Musik, viele Gerüche, viele, sehr viele Menschen etc. Dann gings in die Mall von Nova Iguacu, in welcher sich im obersten Geschoss ein kleines Geschäft von Casa do Menor befindet, wo Ketten, T- Shirt etc. verkauft werden.
Um 15.00 Uhr sollte eigentlich ein Treffen zur Vorbesprechung für die Bingo- Veranstaltung am Ende des Monats stattfinden, doch irgendwie war außer Eunice, Benni und mir keiner informiert. Zur Messe um 16.00 Uhr (jeden Mittwoch um 16.00 Uhr findet ein Gottesdienst in der Kapelle von Casa do Menor statt) konnte ich auch nicht gehen, da mir angeboten wurde mit einem Mädel aus „Casa Irma Maria“ zu einer Einrichtung (dessen Name ich gerade nicht weiss) zu gehen, wo sie zweimal die Woche eine Art Unterstützungs-/Begleit-/Hilfsseminar zur Drogenabszinenz besucht. Soweit ich das verstanden habe, bietet das Haus verschiedene Freizeit- und Therapiemöglichkeiten für drogenabhängige Jugendliche an. Bei der Hausführung hatte ich auf jeden Fall den Eindruck, dass dort ebenfalls wie in Casa do Menor eine sehr sinnvolle Arbeit geleistet wird.
Den Donnerstag Vormittag verbrachte ich in Casa Renascer und nachmittags fand ein Fest anlässlich des „dia de criancas“ (Tag der Kinder) , welcher ein Tag später als offizieller Feiertag anerkannt ist, statt. Es waren alle Kinder aus allen Häusern anwesend und es gab einige Spiele, sowie sehr sehr viele Süßigkeiten. Der Festsaal sah danach aus wie ein Schlachtfeld (Becher, Kuchenstücke, Plastiktüten, etc.), sodass ich noch mitgeholfen habe alles wieder in Ordnung zu bringen. Da nach dem Fest eigentlich zwei neue Jungs ins Casa Renascer kommen sollten, bin ich nochmals dorthin gelaufen, um sie zu begrüßen, doch ihre Ankunft wurde auf Montag verlegt.
Der Freitag war eigentlich ein Feiertag, was heißt, dass die Ausbildungskurse sowie die Verwaltung frei hatten. Ich ging den Tag auch etwas gemütlicher an, mit schön ausschlafen und putzen des Zimmers in der Pousada. Zum Mittagessen bin ich dann zu Casa Renascer, wo ich den restlichen Tag (+Abendessen) verbrachte. Da Benni seine Digicam dabei hatte veranstalteten wir mit allen Jungs eine Fotosession, wo das ein oder andere gelungene Bild entstand (v.a. das Gruppenfoto).
Jairo und ich
v.l.n.r.:hinten:Ronaldo,Renato,Ich,Jonathan,Diogo,Josemar,Gilberto,Jonathan,Romolovorne:Benni,Jairo,Max,Huland,Jonathan
Wegen des Kindertages wurde ein Straßenfest vor dem Haus Renascer veranstaltet, wo es viele Spiele für die kids, viele Süßigkeiten für alle und viel Bier für die Erwachsenen gab. Auf diesem Fest ist mir nochmals besonders aufgefallen, dass es hier sehr viele Kinder gibt. Es waren mit Abstand mehr Kinder als Erwachsene auf dem Fest.
Am Samstag bin ich (wie jeden Samstag und Sonntag) zur CIDAH gegangen, wo ich mit den Kids im Pool gespielt habe und dann noch etwas am Ju- Jitsu- Unterricht teilgenommen habe (der Capoeira- Trainer Rildson bevorzugt persönlich diese Sportart, nachdem er schon 19 Jahre Capoeira spielt).
Am gestrigen Sonntag sind wir zunächst in die Kirche zum Gottesdienst gegangen, wo für ca. 30 Kinder die Erstkommunion gefeiert wurde. Danach sind Eunice, ihr Sohn Antonio, Benni und ich einer Einladung des Elektriklehrers bei Casa do Menor folgend in eine Nachbarstadt zu einem Gemeindefest gegangen. Dort gab es sehr leckeres Mittagessen und leider viel zu laute live- Musik. Nachmittags bin ich wieder zu CIDAH, wo ich quasi Einzelunterricht Capoeira hatte.
Am Samstag bin ich (wie jeden Samstag und Sonntag) zur CIDAH gegangen, wo ich mit den Kids im Pool gespielt habe und dann noch etwas am Ju- Jitsu- Unterricht teilgenommen habe (der Capoeira- Trainer Rildson bevorzugt persönlich diese Sportart, nachdem er schon 19 Jahre Capoeira spielt).
Am gestrigen Sonntag sind wir zunächst in die Kirche zum Gottesdienst gegangen, wo für ca. 30 Kinder die Erstkommunion gefeiert wurde. Danach sind Eunice, ihr Sohn Antonio, Benni und ich einer Einladung des Elektriklehrers bei Casa do Menor folgend in eine Nachbarstadt zu einem Gemeindefest gegangen. Dort gab es sehr leckeres Mittagessen und leider viel zu laute live- Musik. Nachmittags bin ich wieder zu CIDAH, wo ich quasi Einzelunterricht Capoeira hatte.
Ich höre auch immer gerne was zur Zeit bei Euch in Deutschland passiert, daher seit Ihr gerne dazu eingeladen mir emails zu schreiben. Ich werde auch zurückschreiben, nur damit muss man etwas geduldig sein, weil ich nicht alles gleichzeitig beantworten kann/ will.
Samstag, 6. Oktober 2007
wie gehts eigentlich moritz???
Letzten Samstag war die alljährliche Namenstagsfeier des Patrons der Gemeinde „Sao Miguel Arcanjo“, sodass vor der Kirche eine Bühne aufgebaut wurde, die Gemeindemitglieder auf der Straße standen und der Gottesdienst im Freien zelebriert wurde. Wie immer wurde viel gesungen und geklatscht, was mir sehr gut gefällt. Danach gab es noch eine After- Gottesdienst- Party mit viel Tanz, Gesang etc.
Am Sonntag war ich wieder in der CIDAH um Capoeira zu trainieren, doch mein Trainer entschied sich anders, sodass wir stattdessen Ju- Jitsu machten...auch nicht schlecht, gefaellt mir aber nicht so gut wie Capoeira.
In Casa Renascer gefällt es mir nach wie vor sehr gut, die Jungs haben mich gern. Ich helfe jeden Morgen beim Kochen, sodass ich schon das ein oder andere brasilianische Kochrezept gelernt habe. Vor allem abends in der Pousada koche ich gerne mit Eunice (bzw. assistiere), vor allem die superleckeren Nachspeisen: Mouse de Maracuja, bolo de cenoura (im Deutschen auch als Rüpli-/Karottenkuchen bekannt).... Als Basicessen gibt’s immer Reis und Bohnen und dazu irgendwelche anderen Leckereien (viel Fleisch). Ich liebe das brasilianische Essen jetzt schon!!!
Es ist einerseits unglaublich, dass ich jetzt schon mehr als 3 Wochen hier in Brasilien bin, und andererseits kommt es mir wie eine Ewigkeit vor, dass ich hier bin, da ich mich in der Pousada, in Casa Renascer und der weiteren Umgebung schon so wohl fühle, als ob ich schon länger hier wäre. Das kommt sicherlich auch daher, dass ich hier einfach von neuen Eindrücken erschlagen bin und daher die Zeit ganz anders empfinde.
Ich denke momentan ganz fest an Salomao, ein angolischer junger Erwachsener, der seit 7 Monaten in Casa Renascer wohnt und aufgrund seiner Therapie zur Krebsbehandlung nach Brasilien gekommen ist, und der vorgestern eine erneute OP hatte. Er hat mir eine seiner zahlreichen selbstgebauten Halsketten geschenkt, die ich auch gerne trage. Wo ich gerade beim Thema Schmuck bin, ich habe von einem der Jungs (Jonathan) eine aus einem alten Telefonkarbel gebastelte Armkette geschenkt bekommen, zur „Erinnerung“ wie er gesagt hat.
Am Mittwoch habe ich zum ersten Mal Miguel Couto verlassen, um in Nova Iguacu zur Policia Federal zu gehen, wo ich mich innerhalb der ersten 30 Tage nach Einreise melden muss, damit mein Einjahresvisum Gültigkeit erlangt. Die Busfahrt dauerte ca. 30- 40 Minuten. Der Beamte bei der Policia Federal wollte uns zunächst klarmachen, dass Visumsangelegenheiten nur Freitags und Montags behandelt werden, doch als Eunice erwähnte, dass wir von Casa do Menor sind, wurden wir innerhalb der nächsten 5 Minuten bearbeitet. Für mich war das ein positives Zeichen des Bekanntschaftsgrades von Casa do Menor hier in der Baixada.
Am Abend desselben Tages ging es zu meinem ersten Trip nach Downtown Rio de Janeiro (einfach unglaublich, dass ich in de Stadt wohne, von der man schon so viel gehört: RIO), da ich nur wenige Tage nach meiner Ankunft hier in Brasilien eine Einladung zu einer Feier anlässlich des „Tags der deutschen Einheit“ des deutschen Konsuls von Rio de Janeiro erhalten habe. Da Benni und ich jeweils noch einen Anhang mitbringen durften, kamen Eunice und der Mann einer Mitarbeiterin von Casa do Menor, welcher auch gleichzeitig unserer Fahrer war, mit. Mit dem Auto dauerte die Fahrt von Miguel Couto nach Rio Centro ca. 1 Stunde und 15 Minuten bei relativ wenig Verkehr. Die Ausmaße der Stadt sind einfach nicht vorstellbar. Die ganze Fahrt über sieht man nur Häuser, Menschen, Autos, Motorräder etc. .... einfach gigantisch riesig diese Stadt. Nach ein paar Umwegen kamen wir schließlich zu der von uns gesuchten Straße, welche sich den Berg hochschlängelte und erahnen ließ zu welcher Art von Anwesen wir unterwegs waren. Doch das Haus des Konsuls, welches einem Schloss gleich kam, und die eingeladene Gesellschaft übertrafen alle Vorstellungen. Mit Blick auf den Zuckerhut und der halben Stadt wurden die Gäste mit zahlreichen Getränken und Häppchen versorgt. Einige Gäste trafen nicht unbedingt meinen Geschmack (Zitat einer netten Dame, welche mit mir vor der Toilette gewartet hat: „Ich verrate dir ein Gehemnis. Wenn du hier in Brasilien ein kleines Vermögen machen willst, musst du ein großes mitbringen.hahaahahahhaah!!!“). Diesen Abend erlebte ich die komplett konträre Welt zu der, in der ich zur Zeit hier in Miguel Couto lebe...(und in bin glücklich wieder zurück zu sein!)
Der gestrige Freitag stellte sich wieder als ein etwas besonderer Tag heraus, da am ersten Freitag im Monat eine Art spirituelle Begegnung/ Feier für alle Mitarbeiter Casa do Menors stattfindet. Ca. 50 Mitarbeiter und Freiwillige partizipierten bei Gruppenarbeiten, Gesang, Vorträgen etc. Nach dem Mittagessen ging es weiter, aber zunächst mit einem netten Pantomimespiel, wo sich die beiden rivalisierenden Gruppen lautstark und teilweise mit Körpereinsatz stritten: es war also richtig was los in der Bude. Nach der offiziellen Veranstaltung nahm ich noch an einem Treffen der Pädagogikabteilung von Casa do Menor teil, wo ich versuchte den Gesprächen zu folgen, was leider nur teilweise erfolgreich war. Was die Sprache angeht, denke ich, dass ich schon kleine Fortschritte gemacht habe, allerdings fällt es immer noch sehr schwer vor allem Gesprächen zu folgen.
Wie Ihr sicherlich auch aus dem Geschriebenen entnehmen könnt, fühle ich mich hier sehr wohl, mir geht es gut und ich genieße die Zeit.
Am Sonntag war ich wieder in der CIDAH um Capoeira zu trainieren, doch mein Trainer entschied sich anders, sodass wir stattdessen Ju- Jitsu machten...auch nicht schlecht, gefaellt mir aber nicht so gut wie Capoeira.
In Casa Renascer gefällt es mir nach wie vor sehr gut, die Jungs haben mich gern. Ich helfe jeden Morgen beim Kochen, sodass ich schon das ein oder andere brasilianische Kochrezept gelernt habe. Vor allem abends in der Pousada koche ich gerne mit Eunice (bzw. assistiere), vor allem die superleckeren Nachspeisen: Mouse de Maracuja, bolo de cenoura (im Deutschen auch als Rüpli-/Karottenkuchen bekannt).... Als Basicessen gibt’s immer Reis und Bohnen und dazu irgendwelche anderen Leckereien (viel Fleisch). Ich liebe das brasilianische Essen jetzt schon!!!
Es ist einerseits unglaublich, dass ich jetzt schon mehr als 3 Wochen hier in Brasilien bin, und andererseits kommt es mir wie eine Ewigkeit vor, dass ich hier bin, da ich mich in der Pousada, in Casa Renascer und der weiteren Umgebung schon so wohl fühle, als ob ich schon länger hier wäre. Das kommt sicherlich auch daher, dass ich hier einfach von neuen Eindrücken erschlagen bin und daher die Zeit ganz anders empfinde.
Ich denke momentan ganz fest an Salomao, ein angolischer junger Erwachsener, der seit 7 Monaten in Casa Renascer wohnt und aufgrund seiner Therapie zur Krebsbehandlung nach Brasilien gekommen ist, und der vorgestern eine erneute OP hatte. Er hat mir eine seiner zahlreichen selbstgebauten Halsketten geschenkt, die ich auch gerne trage. Wo ich gerade beim Thema Schmuck bin, ich habe von einem der Jungs (Jonathan) eine aus einem alten Telefonkarbel gebastelte Armkette geschenkt bekommen, zur „Erinnerung“ wie er gesagt hat.
Am Mittwoch habe ich zum ersten Mal Miguel Couto verlassen, um in Nova Iguacu zur Policia Federal zu gehen, wo ich mich innerhalb der ersten 30 Tage nach Einreise melden muss, damit mein Einjahresvisum Gültigkeit erlangt. Die Busfahrt dauerte ca. 30- 40 Minuten. Der Beamte bei der Policia Federal wollte uns zunächst klarmachen, dass Visumsangelegenheiten nur Freitags und Montags behandelt werden, doch als Eunice erwähnte, dass wir von Casa do Menor sind, wurden wir innerhalb der nächsten 5 Minuten bearbeitet. Für mich war das ein positives Zeichen des Bekanntschaftsgrades von Casa do Menor hier in der Baixada.
Am Abend desselben Tages ging es zu meinem ersten Trip nach Downtown Rio de Janeiro (einfach unglaublich, dass ich in de Stadt wohne, von der man schon so viel gehört: RIO), da ich nur wenige Tage nach meiner Ankunft hier in Brasilien eine Einladung zu einer Feier anlässlich des „Tags der deutschen Einheit“ des deutschen Konsuls von Rio de Janeiro erhalten habe. Da Benni und ich jeweils noch einen Anhang mitbringen durften, kamen Eunice und der Mann einer Mitarbeiterin von Casa do Menor, welcher auch gleichzeitig unserer Fahrer war, mit. Mit dem Auto dauerte die Fahrt von Miguel Couto nach Rio Centro ca. 1 Stunde und 15 Minuten bei relativ wenig Verkehr. Die Ausmaße der Stadt sind einfach nicht vorstellbar. Die ganze Fahrt über sieht man nur Häuser, Menschen, Autos, Motorräder etc. .... einfach gigantisch riesig diese Stadt. Nach ein paar Umwegen kamen wir schließlich zu der von uns gesuchten Straße, welche sich den Berg hochschlängelte und erahnen ließ zu welcher Art von Anwesen wir unterwegs waren. Doch das Haus des Konsuls, welches einem Schloss gleich kam, und die eingeladene Gesellschaft übertrafen alle Vorstellungen. Mit Blick auf den Zuckerhut und der halben Stadt wurden die Gäste mit zahlreichen Getränken und Häppchen versorgt. Einige Gäste trafen nicht unbedingt meinen Geschmack (Zitat einer netten Dame, welche mit mir vor der Toilette gewartet hat: „Ich verrate dir ein Gehemnis. Wenn du hier in Brasilien ein kleines Vermögen machen willst, musst du ein großes mitbringen.hahaahahahhaah!!!“). Diesen Abend erlebte ich die komplett konträre Welt zu der, in der ich zur Zeit hier in Miguel Couto lebe...(und in bin glücklich wieder zurück zu sein!)
Der gestrige Freitag stellte sich wieder als ein etwas besonderer Tag heraus, da am ersten Freitag im Monat eine Art spirituelle Begegnung/ Feier für alle Mitarbeiter Casa do Menors stattfindet. Ca. 50 Mitarbeiter und Freiwillige partizipierten bei Gruppenarbeiten, Gesang, Vorträgen etc. Nach dem Mittagessen ging es weiter, aber zunächst mit einem netten Pantomimespiel, wo sich die beiden rivalisierenden Gruppen lautstark und teilweise mit Körpereinsatz stritten: es war also richtig was los in der Bude. Nach der offiziellen Veranstaltung nahm ich noch an einem Treffen der Pädagogikabteilung von Casa do Menor teil, wo ich versuchte den Gesprächen zu folgen, was leider nur teilweise erfolgreich war. Was die Sprache angeht, denke ich, dass ich schon kleine Fortschritte gemacht habe, allerdings fällt es immer noch sehr schwer vor allem Gesprächen zu folgen.
Wie Ihr sicherlich auch aus dem Geschriebenen entnehmen könnt, fühle ich mich hier sehr wohl, mir geht es gut und ich genieße die Zeit.
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