Am Mittwoch war ich zum ersten mal in der Capoeiraschule von Rildson in Santa Rita. Ein Freund hat mich abgeholt und wir sind dann zusammen ca. 25 min dort hingeradelt. Auf der Fahrt sind mir folgende zwei Sachen durch den Kopf gegangen:
1. dieser Ballungsraum rund um Rio ist einfach unglaublich. Da fahre ich eine halbe Stunde mit dem Fahrrad nur zwischen Häusern hindurch und überall sitzen die Menschen auf der Straße, in den Bars, die Musik dröhnt laut...
2. Fahrradfahren kommt einem Extremsport gleich: ständige Konzentration und Aufmerksamkeit, sowie Kreativität, Fitness und Risikobereitschaft sind gefragt, wenn man sich zwischen Autos, Bussen, Motorrädern, anderen Fahrrädern, Menschen und Pferdegespannen bewegt und versucht den Schlaglöchern und geschwindigkeitsreduzierenden Straßenhubbeln zu umgehen. Bisher habe ich mich nur einmal hingelegt, als ich dachte, dass ein kleiner, schlaksiger Junge die Kraft dazu hat mich auf dem Gepäckträger bergab auf einem nicht- asphaltierten Weg zu transportieren (nur ein paar Schrammen am Bein zeugen noch von dieser Tragödie).
Am Freitag war ich den ganzen Tag unterwegs. Morgens und nachmittags in Casa Renascer, wo ich zwei Jungs zum (Lese-)Nachhilfeunterricht im benachbarten Ort „Nova America“ begleitet habe (30 min. zu Fuß), und abends in Casa Angelo (20 min. mit dem Fahrrad), wo Benni und ich ein Lagerfeuer veranstaltet haben. Benni hatte bereits tagsüber mit den Kids Stockbrotteig und Stöcke zurechtgemacht. Die Jungs (und auch ich) hatten einen riesigen Spaß. Passend zum Stockbrot schlürfte ich (zum ersten mal in meinem Leben) aus einer Kokosnuss Kokosnussmilch. Die Zufahrt zu Casa Angelo ist nämlich mit einer Kokospalmenallee bestückt und glücklicherweise werden die Nüsse gerade reif. Genauso siehts auch mit Mangos aus. Bei jeder Gelegenheit kriege ich eine Mango vom Baum gepflückt (Casa Renascer hat ein Baum). In Deutschland habe ich immer gerne auf Mango verzichtet, hier allerdings gibt’s nichts besseres. Hmmm, stimmt nicht ganz. Es gibt doch noch was besseres, nämlich „Jaca“. Das ist echt die unglaublichste Frucht, die ich je gegessen habe: riesig, schwer, süß...einfach hervorragend...
...eine Jaca und ich...
...Jungs aus Casa Renascer, nachdem sie zwei Jacas aus dem 20 m hohen Baum gepflueckt hatten
Seid alle herzlich von mir gegrüßt!
Euer Maurício





