Die letzten zwei Wochen habe ich meistens in Casa Renascer gearbeitet. Dort habe ich zum ersten mal mitgekriegt wie sich die Besetzung der Häuser immer im Wandel befindet. Es gibt einen neuen „pai social“ in Casa Renascer, drei Jungs sind in ein anderes Haus gezogen (Casa Vida), da sie jetzt arbeiten, drei neue Jungs sind aus Casa André in Tingua nach Casa Renascer gekommen, einen Jungen hat es wieder auf die Straße gezogen, ein Junge muss wohl aufgrund einer Schlägerei das Projekt wechseln...
Letzte Woche gab es eine kleine Änderung was meine Wohnsituation angeht. Und zwar bin ich zusammen mit Benni von einem geräumigen Vierbettzimmer in ein Minizweibettzimmer gezogen, was wir aber bereits etwas aufgemotzt haben, indem wir Regale konstruiert und angebracht haben. Klein aber fein....
Am Donnerstag, welcher ein Feiertag hier war, war zunächst das monatliche (spirituelle) Zusammentreffen aller Mitarbeiter in der Kapelle von Casa do Menor. Das Thema des „retiro“ war „Verluste“, sodass jeder die Möglichkeit hatte sich darüber Gedanken zu machen, aber auch mit anderen darüber zu sprechen. Ich war beeindruckt davon, wie offen und frei von der Seele manche Mitarbeiter ihre drei größten Verluste im Leben vor allen präsentiert haben.Nachmittags ging es (spontan) nach Rio Centro, da dort im Italienischen Kulturzentrum ein italienisches Klassikkonzert stattfinden sollte. Wir (einige Jugendliche aus den Häusern, Eunice, Benni, Pe.Renato, ich) fuhren mit dem hauseigenen Reisebus nach Rio, wo wir uns die Vorführung anschauten und danach wieder zurückkehrten. Pe. Renato wurde wohl dazu eingeladen. Die Rückfahrt erinnerte mich an eine Klassenfahrtfahrt, da viel gesungen, geklatscht und gelacht wurde. Insgesamt war es ein sehr schöner Ausflug und ich denke vor allem für die Kids war es was besonderes mal aus dem Gewohnten hier in Casa do Menor rauszukommen und auch was von der Stadt zu sehen, wo sie ja schließlich herkommen (Zuckerhut etc.).
Gestern und heute war ich wie jedes Wochenende im Kulturzentrum von Casa do Menor und habe etwas an meinem Capoeira gearbeitet. Da fällt es mir vor allem an Gelenkigkeit...Dafür habe ich im anschließenden kleinen Ju- Jitsu- Training geglänzt, wo ich eindeutig noch von meinen Fähigkeiten aus meiner 7- jährigen Judokarriere profitierte.
Nächste Woche wird interessant für mich, da sich entscheiden wird, wo ich in nächster Zeit arbeiten werde. Ich werde auf jeden Fall davon berichten...

1 Kommentar:
Hi Mo,
dank Dir für den interessanten Post. Ich hoffe, daß nicht nur die nächstein 10 Wochen spannend werden.
Grüß Dich
Rolf
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