Dienstag, 4. Dezember 2007

Kontrastprogramm...

...genau dieses habe ich am Freitagabend erlebt, als ich zusammen mit den fünf zurzeit in Casa do Menor arbeitenden Italienern, Benjamin, Padre Renato und drei Mitarbeitern Casa do Menors (die Verantwortlichen für „Casa Rio“- das Haus Casa do Menors mitten im Centro Rios- und die auch als „Streetworker“ taetig sind) in die Innenstadt Rios gefarhen bin.Zunächst sind wir in die Nähe des weltweit größten Busbahnhofes gefahren, und zwar an einen Ort, wo gewöhnlich sehr viele auf der Straße lebende Kinder anzutreffen sind. Die Streetworker Casa do Menors gehen dort wohl regelmäßig zwei mal die Woche hin, um mit den Kindern/ Jugendlichen zu sprechen, sodass diese bereits mit einem Teil der Gruppe vertraut waren. Es lag der Geruch von Klebstoff in der Luft, was aber auch nicht verwunderlich war, da jedes Kind entweder eine mit Klebstoff gefüllt Plastikflasche oder eins in Klebstoff getunktes T-Shirt in der Hand hielt. Dementsprechend waren die schätzungsweise zwischen 10 und 16 Jahre alten Kinder berauscht und schienen ziemlich weit weg, in einer anderen Welt (was aber leider wiederum die Realität ist) zu leben. Ich war daher überrascht wie offen die Kinder mich umarmt und mit mir gesprochen haben. Ein Mädchen haben wir ins Krankenhaus gebracht, da diese aufgrund eines Schlages ihres Bruders mit einer Eisenstange völlig zugeschwollene Augen und wie man dem Schreien entnehmen konnte starke Schmerzen hatte.

Danach ging es zur Sambaschule, wo bis Karneval Anfang Februar jeden Tag eine andere Sambaschulen trainiert, und der Eintritt dafür frei ist. Der Durchlauf aller Tänzer (mehrere Tausend) begann nach brasilianischer Zeit pünktlich mit eineinhalb Stunden Verspätung. Es war sehr ausgelassene Stimmung, und auf den Tribünen wurde viel mitgetanzt und mitgesungen, sowie die Sambaschule „Beija Flor“ angefeuert. Nach dieser kleinen Einstimmung auf Karneval fuhren wir noch zum Stadtteil „Lapa“, wo ein Club bzw. eine Bar nach dem anderen ist, aber ein Großteil der Party einfach nur auf der Straße stattfindet. Dann, um 00.30 Uhr, kam ich noch in den Genuss am weltbekanntesten Strand „Copacabana“ feinstes Kokoswasser aus einer feinen Kokosnuss zu schlürfen.

Der Abend hat bei mir auf jeden Fall viele Fragen aufgeworfen...

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