Ich arbeite nun schon seit fast zwei Monaten in „Casa Reviver“, dem Haus für Geschwisterkinder, in welchem zur Zeit 12 Mädchen und Jungen im Alter von 6 bis 16 Jahren wohnen.
Eingang von Casa Reviver...
...hinter dem Haus...
...die Veranda vor dem Haus.
Die meiste Zeit beschäftige ich mich mit den Jüngeren, die es lieben am „tio“ (Onkel), also mir, hoch zu klettern oder mich überraschend anzuspringen. Oft ist es schwierig den richtigen Mittelweg zwischen Spielkumpane und Autoritätsperson zu beschreiten.
Als letzte Woche ein Mitarbeiter Casa do Menors die Bäume des Nachbarhauses („Casa Herbalife“) gelichtet hatte, schnappte ich mir drei Jungs (12 Jahre), um ein kleines Fußballtor aus den Ästen zu basteln. Das Ergebnis ist hier zu sehen:
...Ruan und Reginaldo.
Da das Gelände nicht besonders viel Raum zum Spielen und Austoben bietet, denke ich, haben sich die Jungs besonders über diese Neuigkeit auf dem Sandplatz hinterm Haus gefreut. An den drei Tagen in der Woche, an denen ich in „Casa Reviver“ bin, versuche ich den Kinder/ Jugendlichen etwas Abwechslung zu bieten. Manchmal backe oder bastele ich mit ihnen, oder gehe zu meinem alten Haus „Casa Renascer“, um sich dort im Schwimmbad etwas abzukühlen. Etwas Stolz auf mich und meine Sprachkenntnisse war ich, als ich das jüngste Mädchen in „Reviver“ alleine an der Schule angemeldet habe und das Gespräch mit der Schuldirektorin gut managen konnte.
Im Kulturzentrum, in dem ich immer Samstags und Sonntags arbeite, konnte ich einen Computer für die organisatorische Arbeit beschaffen, sodass ich nun angefangen habe, die auf Papier vorhandenen Informationen der „Mitglieder“ in den Computer einzuspeisen. Wie immer läuft das ganze etwas komplizierter als gedacht, da ich jedes Mal die Maus oder andere Teile des Computers aufsuchen muss, die meistens von den Bibliothekscomputerbenutzern entwendet wurden. Dennoch macht mir die Arbeit im Kulturzentrum echt viel Spaß, da sich dort nicht nur Kinder aus fast allen Häusern Casa do Menors versammeln, sondern auch Jugendliche aus der Gemeinde an den Aktivitäten teilnehmen, und ich somit mit vielen verschiedenen Menschen zu tun habe.
Eine weitere Neuigkeit ist wohl auch, dass ich mich seit Montag als offizieller Englischlehrer Casa do Menors vorstellen kann. Vor ein paar Wochen hatte mich Padre Renato gefragt, ob ich mir nicht vorstellen könnte einen Englischkurs für sowohl Mitarbeiter und Jugendliche Casa do Menors, als auch der Gemeinde anzubieten. Nach einiger Vorbereitungszeit konnte ich dann am Montag und Mittwoch von jeweils 17.00 bis 18.30 Uhr Unterricht an (leider nur) 10 Interessierte geben. Wenn die Schülerzahl konstant bleibt und keiner abspringt könnte das wohl eine ganz gute Lerngruppe werden. Für mich ist es auf jeden Fall eine Herausforderung die Verantwortung für eine Menschengruppe zu übernehmen und die zur Verfügung gestellte Zeit gut zu nutzen.
Letzten Freitag hatten Benjamin und ich unser großes Jubiläum hier in Brasilien, nämlich das Halbjährige (unglaublich, aber wahr). Es ist wahnsinnig schwer klare Gedanken zu finden, was das bisher vergangene, als auch das zukünftige angeht. Wo ich mir aber sicher bin, ist, dass ich jetzt noch nicht nach Hause gehen wollte (außer bei dem Gedanken an „Grüne Sauce“), und mich sehr auf die weiteren sechs Monate freue, die sicherlich den ersten sechs in Spannung, Überraschungen, Abwechslung und Erfahrungen nicht nachstehen werden.
Bei Traumwetter an der Copacabana...
Ich wuensche Euch allen ein schoenes Osterfest!
Es grüßt Euch herzlich aus Brasilien,
Euer Moritz








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