Hier ist mein aktueller offizieller Monatsbericht:
Meine Hoffnung, dass sich nach einem halben Jahr hier in Brasilien ein gewisser Rhythmus eingefunden hat, wurde bisher alles andere als erfüllt. So waren die ersten beiden Wochen des Neuen Jahres 2008 außergewöhnlich ruhig, da viele Kinder/ Jugendliche von Casa do Menor die Weihnachts- und Silvesterzeit bei ihren Familien oder Verwandten verbrachten und nur nach und nach wieder eintrudelten und das Kulturzentrum, sowie die Ausbildungskurse eine Sommerpause einlegten. Mitte Januar reiste ich nach Salvador, wo das FID- Begleitseminar, welches einen idealen Rahmen bot um sich mit anderen Freiwilligen über die bisherigen Erfahrungen und Erlebnisse auszutauschen, stattfand. Eine weitere „Unterbrechung“ stellte der Besuch meines Bruders Ende Februar da, bei dem ich meine Fähigkeiten als Guide von Miguel Couto und Rio de Janeiro verbesserte.
Am 21. Januar, also nach dem Seminar, begann ich meine Arbeit in „Casa Reviver“, das Haus für Geschwisterkinder, in welchem sowohl Jungs als auch Mädchen im Alter von 6 bis 16 Jahren wohnen. Da dies mein erster richtiger Wechsel des Hauses war, musste ich mich zunächst an die Abläufe und die Kinder im Haus gewöhnen, und auch meinen Aufgabenbereich neu definieren. Ich beschäftige mich vor allem mit den kleineren Kindern, bei denen wie bei so vielen ein großes Aufmerksamkeits- und Berührbedürfnis besteht (Höchstzeit beim Versuch nachmittags nach Hause zu gehen: 25 min, da es sich mit jeweils mindestens einem Kind an jedem Bein schlecht laufen lässt). Mit den Kindern backe ich oft einen Kuchen oder ähnliches, bastele oder unternehme kleine Ausflüge zu anderen Häusern, die meistens eine größere Fläche zum Spielen oder sogar ein Schwimmbad zu Plantschen (bei der Hitze nur zu empfehlen) besitzen. Seitdem die Schule wieder angefangen hat, werde ich regelmäßig als Hausaufgabenhilfe gebraucht. In „Casa Reviver“ fällt mir besonders auf, dass ich auch eine Entlassung für die Sozialmutter darstelle, da es insgesamt nur zwei in diesem Haus gibt und diese meistens nur alleine arbeiten, sodass ich öfters die Aufsicht über das ganze Haus führe, während sie andere Sachen wie Einkäufe erledigen kann.
Am Wochenende bin ich nach wie vor im Kulturzentrum von Casa do Menor beschäftigt, wo ich eine Zeit lang, da ich kein wirklich konkretes Einsatzgebiet hatte, eine „Springer“- Funktion einnahm, indem ich bei der Bibliothekseinrichtung half, die Schwimmbadaufsicht übernahm oder auch einfach nur der Schlüsselverantwortliche war. Allerdings bin ich nun dabei die Einschreibungen aller „Mitglieder“ vorzunehmen, diese Daten zu ordnen und zu sichern, sowie bei der Einteilung in die Aktivitätsgruppen zu helfen. Da das Kulturzentrum teilweise etwas chaotisch abläuft, muss ich wohl mit viel Geduld an die Arbeit gehen.
Nach einem kurzen Durchhänger vor dem Begleitseminar und einer kleinen Krankheitsphase bin ich wieder fit und fühle mich was die Arbeit und das soziale Netz angeht bei Casa do Menor sehr wohl. Die sich ständig verbessernden Sprachkenntnisse tragen entscheidend dazu bei. Am Freitag, den 14. März, wird die zweite Hälfte meines Aufenthaltes hier in Miguel Couto eingeläutet. Das vergangene halbe Jahr war außergewöhnlich bereichernd und ereignis- und erfahrungsintensiv, verging aber viel zu schnell. Für die zweite Hälfte wünsche ich mir eine weiterhin spannende Zeit mit vielen Begegnungen, Einblicken und Erfahrungen.
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1 Kommentar:
Parabens para o meu irmão pequeno :)
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