Am Dienstag ging es nach Tingua, einem Ort nahe eines (Ur-) Waldreservoirs. CdM besitzt dort ein „Sitio“ (Landgut), auf welcher sich neben einer riesigen Anbaufläche (Bananen, Mandiok,...) „Casa Andre“ (dieses Haus ist der erste Aufenthaltsort für jugendliche Jungs im Alter von ca.14- 17 Jahren), „Casa Jesus Menino“ (Haus für geistig- und körperlich behinderte Kinder) und ein weiteres Haus, welches zur Zeit von einigen CdM- Mitarbeitern genutz wird, um ihre Spiritualität zu festigen, befinden. Ich würde sehr gerne einige Wochen in Tingua verbringen, doch zunächst möchte ich die Sprache besser beherrschen, da die Jungs in Casa André so zusagen noch Frischlinge in CdM sind und daher mehr Sprachkenntnisse erforderlich sind.
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...Casa Andre...
... Jungs aus Casa Jesus Menino
Am Donnerstag Morgen reisten die beiden Deutschen ab und damit war meine Zeit als Dolmetscher wieder vorbei. Ich war von mir selbst sehr überrascht, als es mir beim Übersetzen erstaunlich leicht viel das Brasilianisch zu verstehen. Doch anscheinend machen meine Sprachkenntnisse doch Fortschritte J
Ebenfalls am Donnerstag begleitete ich die Kubanergruppe und Pe. Renato bei ihrem Ausflug nach Teresopolis, wo sich eine von CdM mitgetragene „Fazenda da Esperança“ (Bauernhof der Hoffnung) befindet. Fazenda da Esperança ist eine in der ganzen Welt (auch in Deutschland!) und besonders häufig in Brasilien vertretende Einrichtung zur Drogentherapie. Die Erwaschenen und Jugendlichen leben dort ein Jahr und versorgen sich nachezu selbst, indem sie Gemüse, Obst, Fleisch etc. anbauen. Das Gelände ist riesig groß und befindet sich mitten im Urwald. Schon bei der dreistündigen Fahrt dorthin durchquerten wir einen Nationalpark mit beeindruckenden Gebirgsformationen und Wäldern. Ich bin wahnsinnig froh, dass ich am Ausflug nach Teresopolis teilgenommen habe, da ich eine völlig andere Seite des bereits jetzt schon von mir geliebten Landes Brasilien kennengelernt habe. Die Landschaft ist traumhaft schön und bietet den kompletten Kontrast zu meiner Umgebung hier in Miguel Couto, wo sich ein Haus ans Andere drängt.
Am Freitag war der „Tag der Toten“ (wenn ich es richtig verstanden habe), ein Feiertag, an dem einige der Kinder aus den Häusern, sowie einige Mitarbeiter CdMs, Pe. Renato, Benni, die Kubaner, der Fotograf und ich zum Sklavenfriedhof nach Iguaçu Velho (etwa 15 Minuten entfernt) gefahren sind. Früher wurden dort Sklaven begraben, heute dient er als Begrabungsstätte von Heimat-, Namen- und Familienlosen (einige davon Kinder/ Jugendliche von CdM). Die von Pe. Renato gehaltene katholische Messe wurde vom Macumba- Trommel- Lärm begleitet, da zeitgleich ein afrobrasilianisches Macumbafest veranstaltet wurde (Macumba = Voodoo). Dabei wurden zahlreiche Kerzen entzündet, Speisen geopfert und sogar ein mit Alkohol beträufeltes Huhn in die Luft gejagt (ich habe nur die Stichflamme aus der Entfernung gesehen). Diese Festlichkeiten haben mich sehr begeistert, da es ein Zeichen für die Vielseitigkeit und Mixtur der brasilianischen Kultur ist. Wo erlebt man schon mal einen Gottesdienst als Parallelveranstaltung zu einem Macumbafest?
Abends sind die Kubaner und Nick, welcher einen beeindruckenden Lebenslauf zu verzeichnen hat und eine außergewöhnliche Persönlichkeit ist (Bilder von ihm findet ihr im Internet), wieder abgereist und es ist wieder etwas ruhiger hier in der Pousada...



2 Kommentare:
Nach Deinen Schilderungen wird man ja richtig neugierig auf Brasilien und wenn Du jetzt schon als Übersetzer fungierst wird man Dich sicherlich bald "frei laufen lassen".
Machs gut
Rolf
A imagem com os meninos é gira.
Beijinhos de Lisboa
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